

Leonard Schick

Orgel, Clavicymbel, Clavichord
Orgue, Claveſin
Organ, Harpſichord


Upcoming Events
"Man verfahre nicht anders als die Bienen, welche bald aus dieſen, bald aus jenen Blumen den beſten Saft ſaugen, und ſodann eine angenehme Vermiſche anſtellen."
Jacob Adlung (Anweiſung zum fantaſiren, 1726)

Improvisationsmeisterkurs und OrgelkonzertSa., 18. Apr.Evangelische Kirche Büttelborn-Worfelden
OrgelkonzertDo., 21. MaiNikolaikirche
Kantatenaufführung zum Stadtjubiläum unter Brian RadinsSo., 14. JuniSt.-Nikolai-Kirche
Concert d'orgueMi., 15. JuliSt-Nicolas Cathedral
Orgelkonzert zur MarktzeitDo., 23. JuliSt. Jakob
OrgelkonzertSo., 26. JuliSt. Jakob- 20 Jahre Bachs ErbenDo., 30. JuliMichaelstein Abbey

KantatenaufführungSo., 06. Dez.St.-Nikolai-Kirche
OrgelkonzertSo., 13. Dez.Church of the Assumption of the Virgin M

Deutſch
Lebenslauf
Leonard Schick iſt international als Organiſt und Clavicymbel-Spieler thätig. Bekannt iſt mit welcher Fauſtfertigkeit er allerhand Fantaſien extemporiret, abſonderlich Fugen und Choralvorſpiele. Er wuchs in Lauſanne (Schweiz) auf, wo er das Spiel auf der Geigen und am Clavicymbel erlernete. Er perfectionirte das Spiel am Clavicymbel an der allſeits bekannten Schola Cantorum Baſilienſis zu Baſel bey Jeſper Chriſtenſen und Jörg-Andreas Böttichern. Er ſtudirete Orgel ebendort bey Tobias Lindnern. Das fantaſiren oder extemporiren als da iſt aus dem Stehgreife ein Stücklein zu ſpielen, erlernete er ebenfalls dort bey Dirk Börnern und Emmanuel Le Divellec. Dies Studium führete er mit gehörigen Fleiſse fort bey Sietze de Vrieſen und Erwin Wierſingen in Groningen. Er lebet nun in Halle (Saale), wo er Kirchenmuſik ſtudiret.
Meiſterkurſe beſuchete er unter anderem bey Rudolf Lutzen, Johannes Strobeln, Tobias Lindnern, Gottfried Bachen, Thomas Ragoſsnigen, Frédérick Haaſen, Dirk Börnern, Béatrice Martin, Bertrand Cuillern und Menno van Delften.
Soliſtisch trat er bereits in der Schweiz, den Niederlanden, Deutſchland, Frankreich, Italien, Portugal, Belgien und Aſerbaidſchan auf. Improviſationsmeiſterkurſe gab er in Slowenien, Italien und Deutſchland.
Er trat unter anderem am Feſtival de Lanvellec, am Forum Alte Muſik Zürich und dem Improviſationsfeſtival Ex-tempore in Leipzig auf. Er concertiret regelmäßig an bedeutenden Orgeln, vor allem an Inſtrumenten von Arp Schnitgern und ſeiner Schule.
Engliſh
Biography
Leonard Schick is an internationally renowned concert organiſt and harpſichordiſt. Improviſation in historical ſtyles is a central component of his musical work. He grew up in Lauſanne (Switzerland), where he took violin and harpſichord leſsons. He ſtudied harpſichord at the Schola Cantorum Baſilienſis (Baſel) with Jesper Chriſtenſen and Jörg-Andreas Bötticher, earning both a bachelor's and master's degree. He also ſtudied organ there with Tobias Lindner. After completing additional organ ſtudies with Sietze de Vries and Erwin Wiersinga in Groningen, he now lives in Halle (Saale), where he ſtudies church music.
He attended maſterclaſses with Rudolf Lutz, Johannes Strobl, Tobias Lindner, Gottfried Bach, Thomas Ragoſsnig, Frédérick Haas, Dirk Börner, Béatrice Martin, Bertrand Cuiller, and Menno van Delft, among others.
He has performed as a ſoloiſt in Switzerland, the Netherlands, Germany, France, Italy, Portugal, Belgium, and Azerbaijan. He has given maſter claſses in improviſation in Slovenia, Italy, and Germany.
He has performed at the Festival de Lanvellec, the Forum Alte Musik Zürich, and the Improvisation Festival Ex-tempore in Leipzig, among others. He regularly performs on important organs, especially instruments by Arp Schnitger and his school.
Another of his activities is reſearch on Central German harpſichords from Bach's time.

Youtube

Media
"Unter den Inſtrumenten, welche der Geſellſchaft eigen ſind, zeichnet ſich beſonders ein 16 füßiger Hildebrandiſcher Flügel aus."
DEUTSCHE ZEITUNG, 25.10.1792. S. 714-716.







Compositions
Kompositionen (Auswahl)
-39 Kirchenkantaten
-1 Passion
-1 Messe
-Diverse Choralvorspiele und Praeludien und Fugen für Orgel
-24 Praeludien und Fugen durch alle Töne vors Clavier
-6 Claviersuiten
-6 andere Claviersuiten
-6 Orchester-Ouverturen
-6 Sonaten a Violino con Cembalo
-3 Sonaten a Viol di Gamba con Cembalo
-6 Sonaten a Violino solo senza Basso
-6 Concerti a molti strumenti

Publications
Online
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Publikationen
-Leonard Schick, Cembalobauformen und -dispositionen bei Jacob Adlung, Schola Cantorum Basiliensis (Masterarbeit) (Basel, 2020).
-Leonard Schick, «The 16’ Harpsichord and other oddities» in: Sounding Board, Bd. 17. hrsg. von ‘The British Harpsichord Society’, (Dezember 2021, online) S. 32– 36: https://www.harpsichord.org.uk/wp-content/uploads/2021/12/SB17-F2.pdf
-Leonard Schick, «Harpsichords in Bach’s Germany: an overview» in: Harpsichord & fortepiano, Volume 26, No.2 Spring 2022, hrgs. von Francis Knights (Liverpool, 2022) S. 10– 20.
-Leonard Schick, Gravität und Vielfalt: Bachs Flügel, Schola Cantorum Basiliensis (Masterarbeit) (Basel, 2022).
-Leonard Schick, «Das Cembalo bei Jacob Adlung» in: Glareana, (2022).
-Leonard Schick, «Johann Sebastian Bach und die besaiteten Tasteninstrumente Berlins» in: Jahrbuch Der Bär von Berlin (2024).

Summary of my research about big harpsichords
Zusammenfaſsung meiner forſchungen über große Cembali
Forschungen über große Cembali
Ich habe viel Zeit und Energie in die Erforschung deutscher Cembali im Umfeld Bachs investiert. Erschreckend wenige Instrumente sind erhalten und diese sind auch wenig erforscht. Dafür sind viele Gebrauchsanzeigen erhalten, in denen Cembali zum Verkauf angeboten wurden. Diese wurden zwar in einigen Forschungsarbeiten erwähnt, die gewonnenen Erkenntnisse wurden jedoch bislang von der Alten-Musik-Praxis kaum beachtet. Zudem lassen sich noch viele wichtige Quellen finden, sodass man kaum sagen kann, dass das Thema bereits erschöpfend erforscht wäre. Durch die Digitalisierung alter Zeitungen lassen sich viele wichtige Quellen inzwischen online finden.
Nach heutigen Normen ist ein Cembalo normal, wenn es maximal folgende Größe hat: zwei Manuale, drei Saitenchöre 8′8′4′ und ein Tonumfang von fünf Oktaven FF-f'''. Diese Norm ergibt sich daraus, dass viele historische italienische, französische und englische Cembali erhalten sind, die allesamt selten größer sind. Von deutschen Cembali sind zu wenige erhalten, als dass sich eine Norm ableiten ließe. Beim Nachbauen von erhaltenen Originalen werden außerdem die größeren deutschen Cembali relativ selten beachtet.
In den Gebrauchtanzeigen deutscher Zeitungen sind nicht nur relativ viele größere Cembali überliefert. Besonders interessant ist, dass diese großen Cembali oft als Konzertflügel bezeichnet wurden. Passend dazu standen sie nicht selten in Kaffeehäusern oder bei anderen Konzertveranstaltern. Es handelte sich bei diesen größeren Instrumenten also keineswegs um extravagante Ausnahmen, sondern im Gegenteil um Instrumente, die für größere Räume oder Ensembles vorgesehen waren. Dank ihrer starken gravitätischen Bässe standen diese Instrumente damals im Mittelpunkt öffentlicher Aufführungen. In Leipzig wurde ein Cembalo als Konzertflügel bezeichnet, wenn es ein 16′-Register hatte (wobei es dann meistens vierchörig war) oder einen bis Kontra-C erweiterten Tonumfang besaß. Dabei bezieht sich der Begriff 8′ nicht auf die tiefsten vorhandenen Töne (meist C, FF oder gar CC), sondern auf die Funktion als Hauptregister.Dementsprechend hatten Instrumente bis CC in der Regel einen Klaviaturumfang von mehr als fünf Oktaven, meistens CC-f''', manchmal sogar CC-c''', also bis zu sechs ganzen Oktaven. In einigen Fällen war die Tonumfangserweiterung mit dem 16′ in einem Instrument vereint, sodass der 16′ dann die gesamte 32′-Lage umfasste. Bei solch extravaganten Instrumenten stechen vor allem die Namen Hildebrandt (Zacharias und Johann Gottfried), Silbermann und Friederici heraus. Aber auch in Hamburg und Braunschweig wurden recht viele große Cembali gebaut, welche aber seltener als Konzertflügel bezeichnet wurden.
Die größten Cembali galten als Meisterwerke ihrer Erbauer. Wenn sich die Anwesenheit eines Vorzeige-Cembalos in einer Werkstatt nachweisen lässt, dann war es übermäßig groß. Somit müssen wir ein Cembalo mit vielen tiefen Registern als das eigentliche Ideal betrachten und nicht als eine seltene, extravagante Option. Die finanziellen und preislichen Gründe für die Existenz vieler kleinerer Instrumente sind offensichtlich. Sie spiegeln jedoch in erster Linie pragmatische und keine geschmacklichen Gründe wider.
Research on large harpsichords
I have invested a great deal of time and energy in researching German harpsichords in Bach's milieu. Alarmingly few instruments have survived, and little research has been done about them. However, many advertisements offering harpsichords for sale have been preserved. Although these have been mentioned in some research papers, the findings have so far been largely ignored by early music practitioners. In addition, many important sources can still be found, so it can hardly be said that the subject has already been exhaustively researched. Thanks to the digitization of old newspapers, many important sources can now be found online.According to today's standards, a harpsichord is considered normal if it has the following maximum size: two manuals, three string choirs 8′8′4′ and a range of five octaves FF-f'‘’. This standard is based on the fact that many historical Italian, French, and English harpsichords have been preserved, almost none of which are larger than this. Too few German harpsichords have been preserved to derive a standard. When replicating preserved originals, the larger German harpsichords are also relatively rarely taken into account.Not only are there relatively many larger harpsichords listed in the classified ads of German newspapers, but it is also particularly interesting that these large harpsichords were often referred to as "Konzertflügel" (=concert harpsichords). In keeping with this, they were often found in coffee houses or at other concert venues. These larger instruments were by no means extravagant exceptions, but rather instruments intended for larger rooms or ensembles. Thanks to their powerful, gravitas-filled bass tones, these instruments were the centerpiece of public performances at the time.In Leipzig, a harpsichord was referred to as a "Konzertflügel" if it had a 16′ register (in which case it usually had four choirs) or a range extended to CC (contra C). The term 8′ does not refer to the lowest notes available (usually C, FF, or even CC), but to its function as the main register. Accordingly, instruments up to CC usually had a keyboard range of more than five octaves, mostly CC-f'‘’, sometimes even CC-c'‘’, i.e. up to six full octaves. In some cases, the extended range was combined with the 16′ in one instrument, so that the 16′ then covered the entire 32′ range. The names Hildebrandt (Zacharias and Johann Gottfried), Silbermann, and Friederici stand out among such extravagant instruments. However, quite a few large harpsichords were also built in Hamburg and Braunschweig, although they were less commonly referred to as "Konzertflügel".The largest harpsichords were considered masterpieces by their builders. If the presence of a showpiece harpsichord in a workshop can be proven, then it was excessively large. Thus, we must consider a harpsichord with many low registers to be the actual ideal and not a rare, extravagant option. The financial and price-related reasons for the existence of many smaller instruments are obvious. However, they primarily reflect pragmatic rather than aesthetic considerations.
